Patientenverfügung verfassen ohne Anwalt in 2026 – Schritt für Schritt Anleitung

Eine Patientenverfügung zu verfassen muss nicht kompliziert sein. In diesem Leitfaden zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine Patientenverfügung erstellst – und du erfährst genau:

  • Was du aufnehmen solltest
  • Wie du sie klar und verständlich strukturierst
  • Welche rechtlichen Anforderungen du beachten musst
  • Und wie du ein gültiges Dokument erstellst – auch ohne Anwalt

Es ist einfacher, als es klingt und du benötigst auch keinen Anwalt dafür.

Bevor du beginnst: Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist ein Dokument, in dem du festlegst, welche medizinischen Behandlungen du wünschst oder ablehnst, falls du selbst keine Entscheidungen mehr treffen kannst.

Wenn du eine umfassende Übersicht darüber möchtest, was eine Patientenverfügung regelt und wann sie gilt, lies gerne unseren vollständigen Leitfaden zur Patientenverfügung.

Hier konzentrieren wir uns darauf, wie du sie erstellst.

So erstellst du eine Patientenverfügung (Schritt für Schritt)

Schritt 1: Überlege dir, was dir wichtig ist

Bevor du etwas aufschreibst, halte kurz inne und denk in Ruhe darüber nach, was du dir in bestimmten medizinischen Situationen wünschst – oder auch nicht:

  • Möchte ich lebensverlängernde Maßnahmen, wenn eine Genesung sehr unwahrscheinlich ist?
  • In welchen Situationen würde ich ausschließlich palliative Versorgung bevorzugen?
  • Wie wichtig ist mir Schmerzlinderung – auch wenn Medikamente mögliche Nebenwirkungen haben?
  • Möchte ich meine Organe spenden?

Es gibt hier kein „richtig“ oder „falsch“. Vertraue deinem Gefühl und deinen persönlichen Werten.

Schritt 2: Informiere dich über die rechtlichen Anforderungen

Je nach Land gelten unterschiedliche formale Vorgaben:

LandBegriff / GesetzWichtige Punkte
🇩🇪 DeutschlandPatientenverfügung (§ 1901a BGB)Schriftlich, keine Beglaubigung nötig
🇦🇹 ÖsterreichPatientenverfügung (PatVG)„Verbindlich“ nur mit ärztlicher Beratung & Notar
🇨🇭 SchweizPatientenverfügung (ZGB)Schriftlich mit Unterschrift, keine Beglaubigung

Tipp: Auch wenn keine notarielle Beglaubigung nötig ist, kann sie in manchen Fällen sinnvoll sein, besonders, wenn du ganz sichergehen willst.

Schritt 3: Formuliere deine Wünsche klar und konkret

Verwende eine klare und direkte Sprache. Vermeide ungenaue Formulierungen wie „keine extremen Maßnahmen“ oder „keine künstliche Verlängerung“.

Stattdessen solltest du Folgendes aufnehmen:

  • Deinen vollständigen Namen und dein Geburtsdatum
  • Eine Erklärung deiner Einwilligungsfähigkeit
  • Konkrete Behandlungswünsche
  • Datum und Unterschrift
  • Zeugen (falls erforderlich, z.B. in Österreich)

Beschreibe konkrete medizinische Situationen und wie du in diesen behandelt werden möchtest.

Schritt 4: Sprich darüber

Eine Patientenverfügung wirkt am besten, wenn sie verstanden wird.

Sprich mit deinen Angehörigen, deiner bevollmächtigten Person (falls vorhanden) oder deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber.

Mit Meolea kannst du deine Wünsche während des Gesprächs ganz einfach dokumentieren und sicher teilen.

Schritt 5: Bewahre und teile deine Patientenverfügung

Deine Patientenverfügung muss im Ernstfall auffindbar sein. Bewahre das Original an einem sicheren, aber zugänglichen Ort auf und gib Kopien an deine Angehörigen, deine bevollmächtigten Person (falls vorhanden) oder deine Ärztin oder deinem Arzt.

🇩🇪 Deutschland

Du kannst deine Patientenverfügung beim Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) der Bundesnotarkammer eintragen lassen. So können z. B. Betreuungsgerichte oder Ärzte im Ernstfall schnell auf deine Daten zugreifen.

🇦🇹 Österreich

Eine verbindliche Patientenverfügung sollte bei der Patientenvertretung, einem Notar oder einem Rechtsanwalt aufbewahrt werden. Dort wird sie oft auch digital gespeichert. Du kannst zusätzlich eine Kopie in deinem Elga-Gesundheitskonto hochladen (wenn vorhanden).

🇨🇭 Schweiz

In der Schweiz kannst du deine Verfügung z. B. bei deiner Hausärztin, bei Spitälern oder Pflegeeinrichtungen hinterlegen. Viele Kantone bieten auch die Möglichkeit, deine Verfügung beim Kantonsarztamt oder über die elektronische Patientenakte (EPD) zu speichern.

Beispiel einer Patientenverfügung (Struktur)

Eine Patientenverfügung braucht keine komplizierte juristische Sprache. Entscheidend ist, dass sie klar, verständlich und konkret formuliert ist.

Hier ein vereinfachtes Beispiel für die Struktur:

Muster Patientenverfügung

Persönliche Angaben
Mein Name ist [Vollständiger Name], geboren am [Geburtsdatum], wohnhaft in [Adresse].

Erklärung meines Willens
Ich verfasse dieses Dokument freiwillig und im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte.
Sollte ich aufgrund von Krankheit oder Verletzung nicht mehr in der Lage sein, meinen Willen zu äußern, soll dieses Dokument meine medizinischen Wünsche festhalten.

Situationen, in denen dies gilt

Diese Patientenverfügung gilt, wenn ich:

  • Dauerhaft bewusstlos bin
  • An einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Erkrankung leide
  • An schwerer, irreversibler Hirnschädigung leide

Meine Behandlungswünsche

Falls ich mich in einer der oben genannten Situationen befinde:

  • Ich wünsche / wünsche keine künstliche Beatmung.
  • Ich wünsche / wünsche keine künstliche Ernährung oder Flüssigkeitszufuhr.
  • Ich wünsche / wünsche keine Wiederbelebungsmaßnahmen (CPR).
  • Ich wünsche eine angemessene Schmerztherapie und palliative Versorgung.

Organspende

  • Ich möchte meine Organe spenden.
  • Ich möchte keine Organspende.

Unterschrift

Unterschrieben am [Datum]
Unterschrift: ______________________

Warum ein digitales Tool wie Meolea nutzen?

Grundsätzlich kannst du deine Patientenverfügung selbst verfassen. Dennoch ist es meist sicherer, ein strukturiertes Hilfsmittel zu nutzen.
eichert und bei Bedarf mit einem Klick teilbar.

Ein gut durchdachtes Tool hilft dir dabei:

  • Wichtige medizinische Szenarien nicht zu übersehen
  • Deine Formulierungen konkret und eindeutig zu gestalten
  • Formale Anforderungen einzuhalten
  • Dein Dokument später einfach zu aktualisieren
  • Es sicher zu speichern und gezielt zu teilen

Meolea begleitet dich Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess und hilft dir, in wenigen Minuten eine klare und rechtssichere Patientenverfügung zu erstellen. Und das Beste: Du kannst komplett kostenlos starten.

Häufige Fragen zur Erstellung einer Patientenverfügung

Brauche ich einen Anwalt, um eine Patientenverfügung zu verfassen?

Nicht zwingend. In vielen Fällen kannst du selbst eine gültige Patientenverfügung erstellen. Ein Anwalt kann jedoch zusätzliche rechtliche Sicherheit bieten.

Kann ich meine Patientenverfügung ändern?

Ja. Du kannst sie jederzeit überprüfen und anpassen – besonders nach wichtigen Lebensveränderungen.

Ist eine Patientenverfügung dasselbe wie ein Testament?

Nein. Ein Testament regelt dein Erbe nach dem Tod. Eine Patientenverfügung gilt zu Lebzeiten, wenn du selbst nicht mehr entscheidungsfähig bist.

Kann ich meine Patientenverfügung später widerrufen oder ändern?

Ja. Du kannst deine Patientenverfügung jederzeit ändern oder widerrufen, solange du einwilligungsfähig bist. Informiere in diesem Fall alle relevanten Personen über die neue Version.

Ist sie noch gültig, wenn ich umziehe?

Oft ja. Dennoch können sich rechtliche Anforderungen je nach Region unterscheiden. Es ist sinnvoll, dein Dokument bei einem Umzug zu überprüfen.

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